CYBERSECURITY: Fünf Tipps für ein erfolgreiches Cybersecurity Managment

Knapp neun von zehn deutschen Unternehmen wurden im vergangenen Jahr Opfer gezielter Cyberangriffe. Der Ende April erschienene Cyber Risk Index zählt insbesondere geschäftskritische Daten aus den Bereichen Finanzen, Forschung und Entwicklung, online zugängliche Firmenkorrespondenzen und vertrauliche Informationen zu den am stärksten betroffenen Zielen professioneller Cyberattacken. Sieben von zehn Befragten erwarten in den nächsten zwölf Monaten eine oder sogar mehrere Cyberattacken auf ihr geistiges Eigentum. Laut Cyber Risk Index sollten Unternehmen daher schnellstmöglich aktiv werden, ihre Erkenntnisfähigkeiten verbessern und die aktuelle Cybersecurity-Strategie überdenken.

Ende April veröffentlichte Trend Micro seinen aktuellen „Kroker´s Look @ IT“. Die Zahlen im halbjährig erscheinenden Cyber Risk Index sprechen dabei für sich: 87 % der deutschen Befragten gaben an, in den letzten zwölf Monaten von einem oder sogar mehreren erfolgreichen Cyberangriffen betroffen gewesen zu sein. Drei Viertel der in Deutschland Befragten mussten dabei den Verlust oder Diebstahl ihrer Kundendaten verzeichnen. Hinzu kamen teilweise gravierende Folgekosten durch entstehende Strafzahlungen, Gerichtsprozesse, IT-Infrastruktur- und Reputationsschäden. Zu den Top 5-Cyberbedrohungen gehörten weltweit Ransomware-Attacken, Phishing und Social Engineering, Denial of Service, Botnets und Man-in-the-Middle-Vorfälle. Deutsche Unternehmen fürchten besonders zielgerichtete Angriffe – seien sie nun staatlich gesteuert oder von international hochprofessionell organisierten Tätergruppen ausgeführt. Laut Bitkom e.V. entsteht der deutschen Wirtschaft jährlich durch Diebstahl, Spionage und Sabotage ein Gesamtschaden von 223 Mrd. EUR. Das ist bereits das Doppelte der Schadenssumme aus 2018/2019 – Tendenz steigend.

Nach dem Cyber Risk Index erwarten über sieben von zehn Befragten den Verlust sensibler Daten innerhalb der nächsten zwölf Monate. Zugleich bewerten europäische IT-Manager das Cybersicherheitsniveau ihrer Unternehmen auf einer Skala von 1 bis 10 nur mit 4,99 und sehen sich entsprechend schlecht auf orchestrierte Cyberangriffe vorbereitet.

Es ist also höchste Zeit, aktiv zu werden. Hier sind fünf praktische Tipps für ein erfolgreiches Cybersecurity Management:

1. IT-Sicherheitsmanagement als kontinuierlichen Verbesserungsprozess verstehen

Einzelne Sicherheitslücken oder Angriffe müssen noch keine ernstzunehmende Sicherheitsbedrohung darstellen. Sehr gefährlich wird es allerdings, wenn großflächig strukturelle Sicherheitslücken ausgenutzt werden, die Reaktionsfähigkeit der Systeme nicht mehr gewährleistet ist oder mit breit konzertierten Cyberattacken zu viele Softwarekomponenten angegriffen werden. Ein Flächenbrand dieses Ausmaßes kann nur durch ein kontinuierliches IT-Sicherheitsmanagement eingedämmt werden.

Unternehmen der Kommunal-, Energie- und Wasserwirtschaft sind also gut beraten, IT-Sicherheit als einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess zu verstehen. Dafür lohnt es sich, ganzheitliche Cybersecurity-Strategien zu entwickeln und das eigene IT-Krisenmanagement immer wieder selbstkritisch zu hinterfragen – bei Bedarf auch mit externen Beratern und Kompetenzpartnern.

2. Ein sicherheitsbedachtes Lieferantenmanagement verhindert kostenintensive Folgen gezielter Software-Supply-Chain-Angriffe

Ein IT-Sicherheitssystem ist immer nur so stark wie das am wenigsten abgesicherte Glied der Lieferkette. Da zunehmend auch gezielt IT-Dienstleister, Servicepartner, Beratungshäuser und Softwareanbieter angegriffen werden, zahlt es sich aus, mit einem effektiven, sicherheitsbedachten Lieferantenmanagement für mehr Sicherheit, Transparenz und Produktivität zu sorgen. Jedes Asset von Wert sollte also über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg sorgfältig dokumentiert, bereitgestellt, gewartet, aktualisiert und bei Bedarf stillgelegt werden können.

3. IT-Sicherheit muss Chefsache sein

Viel zu oft führt das Cybersecurity Management noch ein Nischendasein als „Privatangelegenheit“ interessierter Techies in der IT-Abteilung. Dabei ist es dringend erforderlich, die Erarbeitung einer einheitlichen, konsolidierten IT- und IT-Sicherheits- sowie Informationssicherheitsstrategie direkt in der Unternehmensführung zu verankern. Das garantiert eine ganzheitliche Sichtweise und bindet alle Verantwortlichen systematisch bereichsübergreifend ein – von der erfolgreichen Implementierung bis zur regelmäßigen Kontrolle der Umsetzung. Zugleich werden die Mitarbeitenden sensibilisiert, eigene Nachlässigkeiten zu vermeiden und sich für ein professionelles Release-, Patch- und Berechtigungsmanagement auf allen Ebenen einzusetzen. Allzu oft machen es Unternehmen Hackern hier noch zu leicht – z. B. mit unsicheren Passwörtern, der fehlenden Trennung kaufmännischer und technischer Systeme oder der Vermischung privater und beruflicher Mailaccounts.

4. Ein krisensicheres Business Continuity Management aufbauen

Leider reicht es nicht, im Bereich der Prävention (z. B. beim Aufbau von Firewalls und der Nutzung von Antivirusprogrammen) vorbildlich dazustehen. Ein effektives Business Continuity Management ermöglicht eine adäquate Reaktion auf bereits erfolgte Cyberangriffe und die schnellstmögliche Wiederaufnahme des regulären Betriebs nach einer störungsbedingten Unterbrechung. So lassen sich Schäden reduzieren und existentielle Bedrohungen (z. B. durch unterbrochene Lieferketten) verhindern.

5. Bei Bedarf externe Kompetenz einbinden

Und wenn sich gerade kleinere Unternehmen den „Luxus“ eines ganzheitlichen Cybersecurity Managements nicht leisten können? Dann lohnt es sich, analog zum Datenschutz und unter klarer Definition der Verantwortlichkeiten einen externen IT-Informationssicherheits-
beauftragten (ISB) hinzuzuziehen. In der Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen spart das auch eigene Personal-, Anschaffungs- und Administrationskosten. Erfahrene Kompetenzpartner unterstützen ebenfalls bei einer unabhängigen, objektiven Bestandsaufnahme und GAP-Analyse, um mögliche Lücken zwischen dem Ist- und dem Soll-Zustand detailliert zu erfassen und zu bewerten.

Lesen Sie hierzu auch unseren kürzlich in der ew (Magazin für Energiewirtschaft) erschienenen Fachbeitrag oder verschaffen Sie sich einen Überblick über mögliche Ansätze, mit denen Sie die IT-Sicherheit in Ihrem Unternehmen erhöhen können.

Kontakt: security-experts@oediv.de

CYBERSECURITY: BSI-KritisV 1.5

CYBERSECURITY: BSI-KritisV 1.5 – Zeit, jetzt aktiv zu werden

Deutliche Herabsetzung der Schwellenwerte und erheblich höhere Anforderungen an IT-Sicherheit – die Novellen des IT-Sicherheitsgesetzes und der KRITIS-Verordnung erfordern ein schnelles Handeln. Wir unterstützen Unternehmen der Kritischen Infrastrukturen (KRITIS) und Unternehmen im besonderen öffentlichen Interesse (UBI) sowie deren Zulieferer bei der Bestandsaufnahme, Positionsbestimmung und KRITIS-konformen Umsetzung.

Nun ist richtiges Handeln gefragt. Die am 1. Januar 2022 in Kraft getretene Zweite Änderungsverordnung der BSI-KritisV erweitert das IT-Sicherheitsgesetz und definiert neue Schwellenwerte, Ergänzungen und Anpassungen für KRITIS-Anlagen in den bestehenden Sektoren. Mit der deutlichen Herabsetzung der Schwellenwerte erhöht sich die Gesamtzahl der Betreiber Kritischer Infrastrukturen von ca. 1.600 auf ca. 1.870 Unternehmen. Dazu gehören Stromerzeuger und Betreiber intelligenter Verkehrssysteme ebenso wie IT- und Telekommunikationsanbieter. Beispielsweise werden jetzt auch Software und IT-Dienste, die für die Erbringung einer kritischen Dienstleistung notwendig sind, als Anlagen im Sinne der Verordnung klassifiziert.

Ausgangspunkt IT-Security Assessment: Objektive Bestandsaufnahme und GAP-Analyse

Ausgangspunkt ist meist eine objektive Bestandsaufnahme und GAP-Analyse, um mögliche Lücken zwischen dem Ist- und dem Soll-Zustand detailliert zu erfassen und zu bewerten. Dabei sollten von Anfang an alle Unternehmensbereiche einbezogen werden. Das reicht vom Aufzeigen und Dokumentieren bestehender Risiken bis hin zur Umsetzung entsprechender Sicherheitsmaßnahmen und einer zielgerichteten Kommunikation mit allen Stakeholdern – sowohl intern als auch extern.
Abhängig von Branche, Unternehmensgröße und Tätigkeitsgebiet sind die Anforderungen an IT-Sicherheitsmaßnahmen ebenso vielfältig wie die verschiedenen Unternehmen auf dem Markt.

Individuelle Bedarfe durch individuelle Ausgangssituationen

  • Unternehmen, die mit großen Datenmengen jonglieren und die eingesetzten Server an die Kapazitätsgrenzen bringen, sehen sich nicht selten mit der Suche nach einer geeigneten Cloudlösung konfrontiert.
  • Steht die IT-Administration vor der Herausforderung, tausende von internen und externen Identitäten verwalten zu müssen, die jede für ihre Tätigkeit Zugriff auf Unternehmensdaten benötigen, kann eine Identity & Access Management Lösung die Aufwände und das Fehlerrisiko in der Unternehmensadministration erheblich reduzieren.
  • Der Einsatz vielfältiger Hardware rund um Laptop, Tablet, Smartphone und Co. stellt einige Unternehmen vor die Herausforderung, die unterschiedlichen Endgeräte adäquat zu verwalten und trotz des mobilen Einsatzes vor unerwünschten Fremdzugriffen zu schützen. Dies ermöglichen Mobile Device Management Lösungen.

So lässt sich die Kette der verschiedenen IT-Sicher­heits­heraus­forderungen in Unternehmen beliebig fortführen. Cybersecurity Consultants helfen den Unternehmen dabei, die für sie relevanten Herausforderungen zu identifizieren und adäquate Lösungen zu finden.

Sie möchten mehr erfahren?

Dann lesen Sie unseren im ew-Magazin erschienenen Fachartikel zur Entwicklung der Cyberkriminalität oder unsere Pressemitteilung zur Zweiten Änderungsverordnung der BSI-KritisV.

Kontakt: security-experts@oediv.de